Unser Weg zum BARFen

Die Entscheidung zum Kauf unseres Deutschen-Doggen-Rüden "Dodge" fiel schnell. Zu dem Zeitpunkt ahnten wir jedoch nicht, dass, nach umfangreicher Imformationseinholung und intensiver "Vorbereitung",  ausgerechnet das Thema >Futter< zum größten Problem werden würde.

Begonnen hat alles damit, dass Dodge mit einem Mal anfing, sich ständig das linke Auge zu reiben. Da war er ungefähr sechs Monate alt. Das äußere Lid rollte sich nach innen, sodass die Wimpern das Auge reizten, was zu starker Rötung und Tränenfluss führte. Im Rahmen eines Tierarztbesuches erklärte uns die Ärztin, dass es sich um eine Futterunverträglichkeit handeln könnte, verschrieb uns Salbe und riet uns zu einem Trockenfutter mit Lamm und Reis (Anteile Lamm und Reis je 21%).

Da nach drei Wochen mit wöchentlicher Vorsprache keinerlei Verbesserung eintrat, sollten wir abwarten und uns, wenn er ausgewachsen ist, an ihren Kollegen wenden zwecks AugenOP.

Wir warteten also ab... das Augenreiben wurde weniger, die Augen an sich jedoch nicht besser. Später mit acht/neun/zehn Monaten kam dann eins zum Anderen: Er fing an sich immer öfter zu lecken, zu kratzen und zu beißen, teilweise bis die jeweilige Stelle fast wund war. Hinzu kam stark vermehrter, brauner, übel riechender Ohrenschmalz und gerötete Ohren. Ein Saubermachen war ihm höchst unangenehm, obwohl dies nie ein Problem darstellte. Auch im Wesen änderte er sich immer mehr: In sonst so alltäglichen Situationen reagierte er hektisch, war schon fast hyperaktiv, kam (außer nachts) kaum zur Ruhe. Zudem entwickelte er eine imense Leinenagression gegenüber anderen Hunden. Ein Spaziergang wurde unmöglich, da er uns (Herrchen und Frauchen) überhaupt nicht mehr wahr nahm, sobald man mit ihm das Grundstück verließ. Erlernte Kommandos, Gehorsam - alles war wie weggepustet; als hätte er überhaupt gar keine Erziehung genossen.

Auf Grund der oben beschriebenen gesundheitlichen Probleme kontaktierten  wir erneut den TA - diesmal den Kollegen, der sich auch seine Augen anschauen sollte. Er diagnostizierte hochgradige Futterunverträglichkeit und riet uns eindringlich zu einer erneuten Futterumstellung mit HypoallergenicFutter und anschließend auf ein TroFu einer anderen Marke (ebenfalls Lamm und Reis), gab Dodge eine Spritze mit Cortison und uns Salbe für seine Augen sowie Ohrentropfen. Das Kratzen und Lecken sollten wir lediglich verbieten - seiner Aussage nach sollte sich das nach einiger Zeit geben, wenn wir das Hypoallergenic füttern.

Nach zwei Wochen Hypoallergenic-Fütterung, extremen Pupsen, dass einem den Atem verschlug, tgl. Ohrenreinigung und Augensalbe verabreichen (was dann fast einem Kampf glich), hatte ich die Nase gestrichen voll und begann im I-Net nach Futterunvertäglichkeiten und Alternativfutter zu recherchieren und fand ein Forum für BARFer. Die hier aufgeführten Symptome trafen eins zu eins zu - auf eine Futterunverträglichkeit wegen dem im TroFu enthaltenem Getreide! Für uns stand sofort eins fest: Dodge wird ab sofort NIE wieder TroFu in seinen Napf bekommen.

Aber wie barft man richtig? Was braucht er tatsächlich zur ausreichenden Versorgung? Was darf er fressen, was nicht? Das I-Net war voll von Futterplänen, sodass ich am Ende völlig verunsichert war - bis ich Antworten auf diverse Fragen von Henry Wollentin las. Jede Antwort die er in diesem Forum gab, war ausführlich erläutert, mit Hintergründen belegt und so für mich nachvollziehbar. Also kontaktierte ich ihn per E-Mail und erhielt etliche Informationen in Form einer PDF (65 Seiten) um mir so ein genaues Bild zum BARFen machen zu können. So kam ich auch zu den ProCaLu-Produkten und deren Wirkungsweise. Aber wie eine genaue Entgiftung durchführen? Nach erneutem E-Mail-Kontakt mit Henry empfahl er uns, uns mit Frank Degenhardt in Verbindung zu setzen - zu unserem Glück ein BARF- und Ernährungs-Experte nur einen Doggensprung von unserem Wohnort entfernt.  Also Termin vereinbart, Dodge ins Auto geladen und hingefahren (mit einem zugegeben mulmigen Gefühl im Magen). Wir wussten immerhin, dass unser Dodge entfernt von einem gesunden Hund war - wie weit, würden wir gleich erfahren.

Die Diagnose war mehr als erschreckend - trieb mir die Tränen in die Augen. Dodge war hochgradig "vergiftet" durch das im TroFu enthaltene Getreide und den ganzen Zusatzstoffen; Leber, Niere und Herz völlig überlastet - und er selbst mit sich und mit der gesamten Situation völlig überfordert. Kein Wunder, dass er uns überhaupt nicht mehr beachtete: er hatte so mit sich selbst zu tun, dass die äußeren Einflüsse ihn völlig überhäuften und er für Kommandos von uns überhaupt nicht mehr empfänglich war.

Sein Kreislauf arbeitete ständig auf Hochtouren - nähere Ausführungen zu den Folgen sind hier denke ich nicht weiter erforderlich. Also blieb uns nur ein Weg: die Entgiftung mit natürlichen Produkten besprechen und sofort mit BARFen anfangen. Die ersten zwei Wochen mit Pferdefleisch, dann mit Pansen und Blättermagen - und alles in geringer Menge. Anfangs mit 500 gr pro Tag - später mit Steigerung von 50 gr mehr in drei-Tages-Schritten. Er nahm drastisch ab, natürlich gewollt, damit er den ganzen eingelagerten "Müll" auch wirklich loswerden kann. Da ich im Vorfeld einiges gelesen hatte, war ich auf alles vorbereitet... aber wenn man dann den eigenen Hund spindeldürr sieht, hilft auch alle theoretische Vorbereitung nichts- und man beginnt zu zweifeln.

Heute, nach ca. 1 1/2 Monaten kann ich sagen, dass das die beste Entscheidung war, die wir treffen konnten. Natürlich reagiert er immer noch auf die Entgiftung mit Kratzen, Fellproblemen und er ist immer noch dürr - aber der Unterschied ist imens! Wir haben jetzt einen ruhigen, ausgeglichenen Hund der wieder den erlernten Gehorsam zeigt. Er schläft jetzt 2/3 des Tages, was ja für einen gesunden Hund völlig normal ist, für uns jedoch vorher undenkbar war. Seine Augen sind mittlerweile wieder fast geschlossen und machen kaum noch Probleme (man bedenke er sollte unters Messer kommen und operiert werden!). Sein gesamter Allgemeinzustand hat sich extrem verbessert.

Der nächste Schritt wird sein, das Trainig mit ihm wieder aufzunehmen - und wir sind guter Hoffnung, dass einem Spaziergang durchs Dorf oder an belebten Orten bald nichts mehr entgegen stehen wird.

Deutsche Dogge barfen - vorher

Vor der Umstellung

Deutsche Dogge barfen - vorher

Vor der Umstellung

Deutsche Dogge barfen - nach einem Monat

Nach einem Monat

Deutsche Dogge barfen - nachher

Zum Zeitpunkt des Berichts

Deutsche Dogge barfen - nachher

Zum Zeitpunkt des Berichts

Deutsche Dogge barfen - nachher

Zum Zeitpunkt des Berichts

 
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